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themother1Rau ist der Umgangston in Alberto Morais‘ Drama – zwischen Mutter (Laia Marull) und Sohn Miguel, zwischen Miguel und Bogdan, dem Exfreund seiner Mutter, und zwischen Miguel und Mara (Nieve de Medina), der Barbesitzerin in dem Dorf, in dem Bogdan (Ovidiu Crisan) lebt. Aber so herbe man sich auch austauscht, ich versuche mich an ein unwahres Wort in diesem Film zu erinnern und schaffe es nicht. Höchstens wenn mit dem Jugendamt gesprochen wird, das Miguel zurück ins Heim schaffen will, denn er ist erst 14, und seine Mutter ist nicht in der Lage, für ihn zu sorgen. Im Gegenteil, er kümmert sich um sie und sogar als er untertaucht, ist er derjenige, der sich bemüht, den Kontakt zu halten.

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Trotz seiner rüden Art kann Miguel Menschen fast gegen seinen Willen für sich einnehmen, wird aber durch die Bindung an seine Mutter zurückgehalten. Von der ersten bis zur letzten Minute schafft es Morais‘, die Spannung zu halten, obwohl man gar nicht genau weiß, was man sich für seine Hauptfigur erhofft. Es funktioniert, weil er in Javier Mendo einen genialen jungen Schauspieler gefunden hat, aber da alle seine Darsteller mit wenigen Worten extrem viel erreichen (auch: Alexandru Stanciu als Andrei, Sohn des Exfreunds der Mutter) kann es nicht nur am Casting liegen.

La madre erinnert in Ton und Dynamik an Ursula Meiers L’enfant d’en haut, das einen ebenso selbständigen jugendlichen Protagonisten hatte, der ebenso auf sich alleine gestellt war. Erinnert an ihn, aber ist sein ganz eigener Film, der sein Publikum beim Festival in Mannheim sehr bewegt zurückgelassen hat.