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Schon bei ihrem ersten Zusammentreffen in der Schule verteidigt der kleine Paul den kleinen Emile gegen die bösen Jungs die ihn verdreschen wollen, später im Salon soll Emile Paul gegen die Kunstbanausen verteidigen, die sich über den Impressionismus lustig machen. Andere können ihrer Freundschaft nichts anhaben, auch das gemeinsame Begehren schöner Frauen sorgt nur kurz für Unmut.

Aber sie wissen, wo der andere zu treffen ist. „Du hast nicht die Eier zum Künstler!“, ruft der eine, der andere „All diese Spießer, die du so gehasst hast, sind auf einmal deine Freunde!“ Doch nach der dritten oder vierten Auseinandersetzung ist man mürbe und hat das Interesse verloren. Die Einbettung in eine Rahmenhandlung mit noch mehr Streit der nirgendwohin führt, hilft nicht weiter. Zuviel Drama kommt daher, dass Gespräche im Geheimen überhört werden.

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© 2016 PROKINO Filmverleih GmbH

Natürlich ist der Film von Danièle Thompson schön anzusehen und bietet den bei solchen Filmen üblichen Wiedererkennungswert: „Auguste!“ (Renoir), „Camille!“ (Pissarro) und „Berthe!“(Morisot) werden im Vorbeigehen begrüßt, Monet und Manet verwechselt. Guy de Maupassant signiert ein Buch. Drei bis fünf Mal springen junge, später ältere, Männer johlend in einen See.

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© 2016 PROKINO Filmverleih GmbH

Ganz zum Schluss lässt der Film in sein biederes Herz blicken – Paul Cézannes Bilder hängen heute in den Museen der Welt, an die 700 Stück, und Emile Zola ist auch noch bekannt, wird man belehrt. Denn das ist es, worauf es bei revolutionärer Kunst ankommt, dass sie im Museum hängt.

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Der weiterführende Link

Nach seiner Stellungnahme für Alfred Dreyfus ging Emile Zola 1898 ins Exil nach England. Michael Rosen hat ein Feature über seine Zeit dort gemacht.

BBC Radio 3: Zola in Norwood