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Walter Poster Walter (Andrew J. West) ist eine Enttäuschung – schon beim ersten Anblick wünscht man, der Film handele von jemand anders. Zu oft hat man diesen Typ schon gesehen: zwanghaft, deprimiert, gehemmt im Umgang mit dem anderen Geschlecht und völlig ohne Charisma. Seine Gabe, vorauszusehen ob die Menschen denen er tagein, tagaus begegnet in den Himmel oder die Hölle kommen, macht alles nur noch schlimmer: Das monotone Voiceover von Heaven – Hell – Hell – Heaven – Hell usw. ist eine eigene Hölle für sich.

An seinem Arbeitsplatz, einem Multiplex, hat es Walter mit der hübschen unerreichbaren Blondine (Leven Rambin) und dem großmäuligen Arschloch (Milo Ventimiglia) zu tun, so weit, so abgedroschen. Und doch sind es die Szenen im Kino, wenn Walter sich einige Minuten Freiheit erlaubt und sich in den Saal schleicht oder wenn Kameramann Steven Capitano Calitri die Poesie des aufblühenden Popcorns zeigt, die uns im eigenen Kinosaal verweilen lassen. Als dann ein Untoter (Justin Kirk) Walter zwingt, über sein Schicksal zu entscheiden, wendet sich das Blatt und man sieht, wieviel Kraft es Walter gekostet hat, seine Zwänge aufrecht und die Erinnerung an seinen toten Vater (Peter Facinelli) intakt zu erhalten. Ein Film, den man nicht zu schnell aufgeben sollte!

BlódbergGunnar dagegen weiß nicht, wer in den Himmel und wer in die Hölle kommt, aber er sagt den Menschen hier auf Erden wo es lang geht – in seinen Selbsthilfebüchern. Wer würde denken, dass ausgerechnet er eine Lebenskrise durchmachen muss? Und wieso sollte sie von der Verlobten seines Freundes ausgelöst werden? Sind in Island wirklich alle miteinander verwandt? Hilmar Jonsson zeigt genug komisches Talent, um den   Zuschauer auch durch die traurigeren Phasen dieses Films zu führen und macht Björn Hlynur Haraldssons Blóðberg damit zum Erfolg.

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