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Tief im Westen von Sizilien liegt die Kleinstadt Partinico, in der der angeblich kleinste Sender der Welt residiert: Telejato. Caterina Monzani und Sergio Vega Borrego zeigen in ihrem Dokumentarfilm die Arbeit von Pino Maniaci, Reporter, Ansager und Intendant, der zusammen mit seiner Familie trotz Drohungen der Mafia, Vandalismus an seinem Auto und an der Antenne des Senders, eine tägliche Nachrichtensendung ausstrahlt, in der er unter anderem über die Mafia berichtet. Den Autoren gelingt es, Pino bei der Recherche und vor der Kamera zu zeigen, sie fangen ein, wie Menschen auf ihn zugehen – und, ausgesprochen mutig in seiner Situation – er seinerseits auf die Menschen, seine Karte verteilt, jedem sein Ohr leiht.

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Es ist ein spannender und amüsanter Film über einen Mann, der jeden Tag Heldentaten vollbringt, von denen unsereins sich erst einmal eine Woche erholen müsste, und dabei den Sinn für Humor nicht verliert. Als Motto für die Dokumentation wurde das Sizilianische Sprichwort Wer allein spielt, kann nicht verlieren gewählt. Was nicht thematisiert wird, ist dass Pino Maniaci nicht alleine ist. Von offizieller Seite wird er durchaus alleine gelassen, man wollte ihm sogar die Frequenz abnehmen, aber wenn er auf dem Hügel steht und seine Antenne selbst repariert, dann steht sein Sohn neben ihm in der Schusslinie und hilft ihm. Die Reporterin zu der er vom Nachrichtenstudio aus schaltet ist seine Tochter Letizia Maniaci, die über ihre Erfahrungen ein Buch geschrieben hat. Man hätte sich mehr über die Beziehungen der Familie untereinander gewünscht, das Thema ist interessant genug, um länger als 67 Minuten zu tragen.

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