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Ich-und-Du-3

Verpickelt, im Streit mit seiner überforderten Mutter (Sonia Bergamasco), ohne rechten Anschluss in der Klasse, braucht Lorenzo (Jacopo Olmo Antinori) etwas Zeit für sich. Er braucht sie so nötig, dass er einen einwöchigen Klassenausflug nutzt, um in den Keller seines Mehrfamilienhauses abzutauchen, samt Ameisenkolonie und genau abgezählten Vorräten. Alles könnte perfekt sein, würde nicht seine Halbschwester Olivia (Tea Falco) eines Tages an die barrikadierte Türe hämmern. Lässt er sie ein, bringt sie seine Pläne durcheinander, lässt er sie stehen, verpfeift sie ihn. Wird er sie lange genug ertragen?

Dies ist nicht das erste Mal, dass sich in einem Film von Bernardo Bertolucci Menschen in eine Wohnung wie in eine Höhle zurückziehen. Zuletzt waren es Die Träumer, die auf das Abebben der Pariser Studentenrevolte warteten.

Kameramann Fabio Cianchetti nützt die Lichtinseln, die sich in dem spärlich beleuchteten Keller ergeben, zu maximalem Effekt. Fast zu schön sind seine Bilder manchmal, ebenso wie die Ausstattung von Christina Onori. Aber so ist es uns möglich, die Welt draußen hinter uns zu lassen und in Lorenzo und Olivias Verwandlung mitzuerleben, in der Hoffnung, dass eine fürsorgliche Geste nicht das Verderben über einen von ihnen bringt.

Ich-und-Du-1

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