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alcesteAlceste à Byciclette – Molière auf dem Fahrrad

Lambert Wilson und Fabrice Luchini spielen zwei Schauspieler, die auf der Île de Ré, auf die sich Luchinis Charakter zurückgezogen hat, Molières Menschenfeind proben, in der Hoffnung, ihn in Paris aufzuführen. Nach guter alter Manier spiegelt das Leben außerhalb des Theaters das Theater bald wieder und ich könnte viele geistreiche Bemerkungen dazu machen, wenn ich den Menschenfeind gelesen hätte. Bis dahin kann ich sagen, dass diese Komödie mehr zum Schmunzeln als zum Lachen anregt. Das aber konstant!

Enough SaidEnough said (Genug gesagt)

Die Protagonisten von Nicole Holofceners Komödie haben Probleme. Sie wissen nicht, wie sie die Haushälterin feuern sollen, die Diverses falsch in Schubladen einräumt. Sie verstehen nicht, warum der Kunde, der eine Masseurin bestellt – vielleicht wegen eines schlechten Rückens? – ihr nicht hilft, ihren Behandlungstisch eine Treppe hochzuschleppen. Ebendiese Masseurin (Julia Louis-Dreyfus) weiß nicht, was sie von ihrem neuen Freund (James Gandolfini) halten soll und lässt sich von seiner Exfrau (Catherine Keener) beeinflussen. Mir war immer klar, dass es solche Hohlköpfe gibt, aber einen Film über sie brauche ich nicht. So schön es ist, James Gandolfini noch einmal zu sehen, man hätte ihm einen lohnenswerteren letzten Auftritt gewünscht.

City IslandCity Island

Als Gefängniswärter („Correctional Officer“, wie er pedantisch immer korrigiert), der gerne Schauspieler werden möchte, ist Andy Garcia genötigt, gutes und schlechtes Spielen zu zeigen. Leider wird der Unterschied nicht so deutlich, wie es diese schwerfällige Komödie erfordert. Sogar die verlässliche Julianna Margulies erinnert mehr an Peggy Bundy als an eine echte Person, so als ob jemand den beiden Hauptdarstellern gesagt hätte: „Spiel Prolet!“

Nur die jüngere Generation in dieser Familie, deren Lügen früher oder später auffliegen werden (Steven Strait, Andy Garcias wirkliche Tochter Dominik García-Lorido und Ezra Miller) sind glaubwürdig.

Fazit: Nicht die besten Geschichten, nicht das wahre Leben.

Der weiterführende Link

Zum Glück für Nachzügler wie mich hat Professor Hausmann von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg seine Vorlesungen auf iTunes U veröffentlicht. In der Vorlesung über den Misanthrope bespricht er auch die Frage, was komisch ist und was nicht:

https://itunes.apple.com/de/podcast/moliere-iii-le-misanthrope/id689899958?i=164405597&mt=2

(Die ersten 8 Minuten sind französisch, danach geht es deutsch weiter.)

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