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The Kings of Summer

„Freiheit!“ rufen die drei Jungs, die sich in Jordan Vogt-Roberts‘ The Kings of Summer ein Holzhaus im Wald fern von ihren Eltern bauen und sich dort vorübergehend niederlassen. Des einen verwitweter Vater ist schwierig, des anderen Eltern verliebte Eltern lästig und der dritte ist selbst ein wenig seltsam und wünscht sich eine Auszeit von der Gesellschaft.

Freiheit! ist auch das, was der Film am besten zeigt, dieses Gefühl der Ekstase, das man in dem Alter schon hat, wenn man für eine gewisse Zeit unbeaufsichtigt ist.

Aber wie lange wird das gutgehen? Bald findet Patrick (Gabriel Basso) eine abgelegte Schlangenhaut, und Joe (Nick Robinson) lädt ein Mädchen in ihr Holzhaus ein, obwohl ihr Geheimversteck geheim bleiben sollte. Wird ihre Freundschaft das drohende Unheil überstehen?

Regisseur Jordan Vogt-Roberts schwelgt in Gefühlen, wie seine Charaktere, die sich von ihren Emotionen treiben lassen, schweift manchmal ab und ist hin und wieder zu süß, aber trotzdem hat er einen unterhaltsamen Erstlingsfilm gedreht, der vergangene Sommer und vergangene Jugend wieder ins Gedächtnis ruft.

mariage_a_mendozaMariage à Mendoza

Zwei Brüder (Nicolas Duvauchelle und Philippe Rebbot) landen in Argentinien, um die Hochzeit ihres Cousin (Benjamin Biolay) zu feiern. Auf dem Weg von Buenos Aires nach Mendoza finden sie nicht ganz so viel weiblichen Anschluss, wie es der eine sich wünscht, da der andere Liebeskummer hat. Sogar in einem Freudenhaus scheint es, als machten die Damen mehr Gebrauch von ihnen als andersherum. Daheim in Paris läuft es anders als erwartet und auch dieser Film läuft in eine andere Richtung als gedacht. Witzig, aber auch traurig, immer mit Elan und Herz zeigt er eine sichere Hand, die viel hoffen lässt für den zweiten Film, an dem Regisseur Edouard Deluc gerade schreibt. Es soll wohl wieder ein Roadmovie werden, aber dieses Mal in Frankreich.

Mariage à Mendoza hat auf alle Fälle die schönste Lügenszene, die ich seit langem gesehen habe.

roxanne-posterRoxanne

Ein Mann entdeckt in seiner Stasiakte, dass er bespitzelt wurde und seine damalige Freundin eventuell ein Kind von ihm hat. Ich muss gestehen, dass mich die Inhaltsangabe von Valentin Hoteas erstem Spielfilm nicht vom Hocker gehauen hat. Das klingt nach ödem Stasi-Drama, nur mit Untertiteln. Wie habe ich mich getäuscht! Gefesselt blieb ich auf dem Hocker und sah zu, wie Protagonist Tavi (Şerban Pavlu) sich nicht so sehr seiner Vergangenheit stellt, als an ihr herumpult wie an einer nicht verheilten Wunde und damit Gefahr läuft, die Gegenwart für alle zu ruinieren. Regisseur und Hauptdarsteller lassen den Ton ihrer Szenen mal zur einen, mal zur anderen Seite kippen, immer Meister der Materie – ganz anders als der arme Tavi, der der fürchten muss, den Anschluss an sein eigenes Leben verpasst zu haben.

Fazit: Drei vielversprechende Erstlingsfilme

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