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Steven Soderberghs Film über die Liebesgeschichte zwischen Liberace und dem zu Beginn 16jährigen Scott Thorson zeigt uns Verzauberung, Glück, Desillusionierung, Prozeß und Tod. Zuviel des Guten? Das ist zuviel von allem, 118 faszinierende Minuten lang. Wir sehen Matt Damon als Scott Thorson wie er bei seinen Pflegeeltern lebt, als Hundetrainer beim Film arbeitet und hofft, später mal Tierarzt zu werden (wenn er groß ist, müsste man fast noch sagen). Dann lernt er Liberace kennen (Michael Douglas, perfekt) und übernimmt den klassischen Job der Hausfrau – sein Job wird es, Liberace glücklich zu machen und sich ganz auf ihn einzustellen. „Ist das das Leben, das du willst?“, fragt ihn seine Pflegemutter, die von der wunderbaren Jane Morris verkörpert wird. Die Antwort bleibt er ihr schuldig. Stattdessen lässt er sich von einem Schönheitschirurgen (Rob Lowe) zu „Lee’s“ jüngerem Ebenbild umoperieren. Immer mit der Angst im Nacken, später mal durch einen noch Jüngeren ersetzt zu werden, so wie er auch seinen älteren Vorgänger in der Villa verdrängt hat.

Aber auch Liberaces Position wird verständlich, denn nach all den Jahrzehnten, die er eine Affäre mit einem ganzen Publikum hatte, ist es schwer, andere nicht als austauschbar zu sehen. Und in einer wahrlich enthüllenden Szene sehen wir Scott Thorsons Erschrecken, als er Lee nach Jahren das erste Mal ohne Perücke überrascht – das ist dann doch zuviel Intimität …

Ein trister Ausblick auf menschliche Beziehungen gibt generös besetzt (Debbie Reynolds als Mutter Liberace, Scott Bakula als Freund) einen höchst unterhaltsamen Abend.

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