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Während des zweiten Weltkrieges gelang es mehreren jüdischen Familien in der Ukraine, sich in den dortigen Höhlen vor den Nazis zu verstecken. Janet Tobias interviewt für ihren Dokumentarfilm einige der Überlebenden, stellt mit Hilfe von Schauspielern ihr Leben in der Dunkelheit nach und lässt sie mit dem Höhlenforscher Christopher Nicola ihre Verstecke noch einmal besuchen.

Die Geschichte vom Überleben in der Dunkelheit, vom Zusammenhalt und Erfindungsreichtum der Familien ist ergreifend, aber leider lässt das Schicksal eines der Jungen, der bei einer deutschen Razzia in der ersten Höhle seine Familie verloren hatte, eine deprimierendere Seite ahnen.

Durch Abstimmung hatten die Höhleninsassen entschieden, dass jede Familie sich mit nächtlichen Beutezügen selbst versorgen sollte. Das ließ den jungen Sol auf sich allein gestellt und hungriger als die Übrigen. Die anderen Überlebenden taten das mit „Was sollten wir tun, wir hatten nunmal abgestimmt“ ab. Mich hätte interessiert, wofür Sol gestimmt hat, und wie er diesen Teil der Gefangenschaft sieht. Aber da hakt die Regisseurin nicht nach. Stattdessen benutzt sie eine vermeintlich lustige Anekdote über Sol, der sich im Dunkeln Mehl abzweigt und direkt vom Mühlstein in den Mund steckt, zur Auflockerung. „Der arme Sol, er war nicht der Klügste.“ lacht ein anderer Überlebender in die Kamera.

Man muss wohl dabeigewesen sein, um dass witzig zu finden.

Christopher Nicola:

Jede Höhle, die ich betrete, hat ein Geheimnis. Dort unten in der Dunkelheit gibt es immer ein Mysterium zu lüften… Das war lebendige Geschichte.