Schlagwörter

, , , , , , , ,

Anna Karenina

Kamera: Seamus McGarvey
Ausstattung: Sarah Greenwood

Dies ist eine eher unsympathische Anna, die uns Joe Wright und Keira Knightley servieren, eine die zwar traurig ist, dass sie ihren Sohn an seinem Geburtstag nicht sehen soll, die aber doch von ihrem eigenen Schicksal mehr bewegt ist. Von dem was sie will und nicht haben kann. Die sich über ihren Mann lustig macht, während sie ihm Hörner aufsetzt.

Sie lassen sie nicht einfach zur Heldin werden, sondern halten schön Abstand zu ihr, in einer Theatermanege mit unendlichen Weiten dahinter, die von den meisten Figuren nicht genutzt werden. Gerade noch pfeift Anna auf die Konventionen, dann ist sie betrübt, dass sie gesellschaftlich ausgegrenzt wird und ihren Kaffee alleine trinken muss.

„So eine Schmonzette! Und mit keiner Figur kann man mitfühlen!“ rief jemand nach der Vorführung. Aber das widerspricht sich – entweder es ist eine Schmonzette, oder man fühlt mit niemand mit. Und gerade dieser Widerspruch macht den Film so interessant: