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Detlev Bucks Verfilmung von Daniel Kehlmanns Roman hat mich überrascht – nach den ersten zehn Minuten war ich mir sicher, dass sich jemand in die Hose machen würde. Das geschah zwar auch, aber es war nur Pipi. Und so ist dann auch der ganze Film: Man denkt, es wird groß, es ist dann aber nur klein.

Sind die unterschiedlichen Strategien zweier Genies, die Welt zu verstehen, wirklich das passende Sujet für Bauernschädel Detlev Buck? Beide wollen die Welt vermessen, aber der eine ist mehr so und der andere ist mehr so. Ein Beispiel: Der eine (Humboldt) ist eher prüde, der andere (Gauß) „liebt die Frauen“. Woran merkt man das? Er lässt sich auf Kredit einen blasen. Und so weiter und so weiter. Das wäre schon in zwei Dimensionen plump, muss ich mir dafür wirklich noch eine Brille aufsetzen?

Ja, sogar die Bilder – in 3D! – sind langweilig, ab und zu ein paar hübsche Ansichten von Wasserfällen und dem Amazonas, aber hat es dafür wirklich Slawomir Idziak gebraucht? Wenn der Herzog mit den schlechten Zähnen ein ausgestopftes Krokodil mit großen Zähnen von Humboldt geschenkt bekommt und brüllt „Schaut diese Zähne!“, muss man dann wirklich durch die Kiefer des Krokodils in den Rachen des Herzogs filmen, damit man auch wirklich sieht – in 3D! – dass der Herzog ja wohl selber komische Zähne hat? So wird jeder Witz vergeigt, man wird angebrüllt und mit dem Kopf darauf gestoßen und vielleicht war mein erster Eindruck ja doch richtig und es war einfach nur Scheiße.