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„Meine Frau würde ich so etwas nicht machen lassen.“ sagt ein Mafioso zu Angela, als sie ihm seine Lieferung Drogen überbringt. Aber Angelas Mann Saro (Mario Pupella) lässt sie getrost ein gewisses Risiko eingehen und sie stellt sich auch recht geschickt dabei an. Nur wenn es an die Aushandlung der Geschäfte und die Verteilung der Beute geht, haben die Männer das Sagen. Sie bleibt außen vor und kümmert sich um den Schuhladen, der als zweites Standbein, Fassade und Drogenversteck dient.

Roberta Torres Angela ist kein Anti-Mafia-Film, obwohl er zeigt, was für dreckige Geschäfte von was für schmierigen Typen organisiert werden. Man wird als Zuschauer eher ein wenig an Christopher Moltisantis Ekel über Boss Junior in den Sopranos erinnert:

der mit seinen filzigen Pullovern – und er ist ein Boss.

Aber obwohl Angela davon nicht abgestoßen zu sein scheint, findet sie noch mehr Gefallen an Masino (Andrea Di Stefano), der neuen jungen rechten Hand ihres Mannes. Das kann nicht gut gehen.

Daniele Ciprì zeigt schöne, aber klaustrophobische Ansichten von den engen Gassen von Palermo, wo man entweder schwitzt oder vom Regen nass wird, ebenso wie von den hinteren Winkeln eines Schuhladens in der Altstadt. (In einer Szene ist Donatella Finocchiarios Augenpartie zu offensichtlich „künstlerisch“ in einen Streifen Licht geschoben, aber bitte.) In den ersten zwei Dritteln des Films gehen die Bilder und die Musik von Andrea Guerra eine poetische Verbindung ein, im letzten Drittel wird uns durch ein quietschendes Saxofon kommuniziert, dass Angelas Leben allmählich entgleist. Plump. Anders als Donatella Finocchiaro, die in jeder Szene ihrer ersten Filmrolle souverän das Zentrum bildet.