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Wer hätte gedacht, dass ein Film über die Liebesgeschichte zwischen einem Gesellschaftskolumnisten und einer Männer Vogue-Fotografin einen so mitnehmen kann? Kriegen sie sich? Kriegen sie sich nicht?

Gaspard Proust und Louise Bourgoin

Und wenn doch, fängt dann Marc Marronniers Pessimisten-Uhr gleich wieder zu ticken an?

Im ersten Jahr kauft man die Möbel. Im zweiten Jahr stellt man sie um. Im dritten Jahr teilt man sie auf.

Er weiß alles ganz genau und wird doch ziemlich schnell überrascht. So wie ich von Frederic Beigbeders witziger Verfilmung seines eigenen Romans.

Autor, Regisseur, Fiktiver Nobelpreis-Empfänger: Frédéric Beigbeder

Er scheint zu wissen, was er tut und hat auch keine Scheu, sich im Film einen Kurzauftritt als Nobelpreisträger zu geben. („Der Beste, den ich je hatte“, informiert uns ein Literaturgroupie ungefragt.)

Neben den überaus charmanten Hauptdarstellern Gaspard Proust und Louise Bourgoin – ich hatte geschworen, dass ich das Unwort kongenial nie benutze, aber bitte: letztere kongenial synchronisiert von Sanam Afrashteh – finden sich auch in den Nebenrollen perfekte Besetzungen, die ihr Talent zeigen dürfen, allen voran Valérie Lemercier als unsentimentale Verlegerin. Sogar Frédérique Bel, die Nervensäge aus L’art d’aimer, ist hier erträglich.

Einzig Joeystarr, der in Polisse noch facettenreich einen Polizisten der Pariser Jugendschutzabteilung spielte, stellt hier nur einen Mann dar, der gerne vögelt. Und wenn er es nicht tut, dann redet er drüber. Mit seinen Freunden auf der Parkbank, welch Klischee.

Aber dieser Schwachpunkt wird durch die Fernweh-Momente an der baskischen und bretonischen Küste wieder aufgewogen. So gehört es sich für einen französischen Film in diesem verregneten Sommer!