Schlagwörter

, , , , , , , , , , , ,

„Einwandern ist für uns Italiener nichts Neues“, sagt  Christines Schwiegervater in spe. Diese Einwanderer sind in Charleroi in Belgien gelandet, und wollen da auch nicht wieder weg. Als Christine von ihrer Großmutter ein Haus auf Korsika erbt, kann sie ihren Freund noch nicht mal überreden, im Urlaub dort hinzufahren und es sich anzusehen, bevor sie es verkauft. Denn dass sie es verkauft, darüber gibt es ja wohl keinen Zweifel.

Das Haus auf Korsika

Christelle Cornil, François Vincentelli

Von diesem Punkt geht Das Haus auf Korsika von Pierre Duculot aus. Das Haus ist anderswo, das Leben mit Familie, Freund, Job (zwar nur zur Aushilfe in der Pizzeria, aber der Film spielt in der Gegenwart, und da ist das gar nicht so übel) ist in Charleroi.

(Alle Welt spricht von Griechenland oder Spanien. Den Filmen nach zu urteilen, scheint Belgien das Armenhaus Europas zu sein. Und trist noch dazu.)

Wie viel schöner ist da Korsika! Mausoléo, um genau zu sein. Mit freundlichen Einwohnern, die Christine zu ihrem Haus chauffieren, ihr ein Zimmer für die Nacht anbieten und etwas zu essen. (Hier nennt man die italienischen Einwanderer übrigens Lucchesi, anders als in Argentinien, wo sie die Tani sind.) Der Haken am Film ist die Figur der Christine, die unfreundlich und zickig ist und eine Nervenkrise bekommt, wenn sie ein Haus geschenkt bekommt. Das ist ein Luxusproblem, in Charleroi und anderswo.

Trotzdem ist es interessant zu sehen, wie sie sich durchschlägt und ob es ihr gelingt, sich ein neues Leben um ihr löchriges Haus aufzubauen. Und mit 82 Minuten ist die Geschichte stramm erzählt, nicht gerade die Regel beim ersten Spielfilm eines Regisseurs.