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The Amazing Spider-ManWenn uns The Amazing Spiderman eines lehrt, dann dass man neue Technologie nicht missbrauchen sollte. Nicht indem man Mäusegenetik manipuliert und damit versehentlich einen Riesenlurch erschafft und nicht indem man den Blick mit dunklen Brillen manipuliert und damit Riesenkopfschmerzen generiert.

Man sollte meinen, dass die Geschichte eines jungen Superhelden (des einzigen Teenager-Superhelden, wie Andrew Garfield neulich in einem Interview behauptete), der steile Wolkenkratzer emporklettert und sich durch Straßenschluchten schwingt, sich für diese Technik anbietet, aber nein, man sieht auch ohne 3. Dimension, dass es tief runter geht.

Dafür sehen wir durch den Lichtverlust in den dunklen Strassenszenen so gut wir gar nichts mehr. Gut, dass Andrew Garfield sich so schön in seinen humorigen Superhelden hineinfindet, die Verfolgten verteidigt und sich nebenher noch seinen Spiderman-Anzug mit Nadel und Faden auf den durchtrainierten Leib schneidert. (Die Guten zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre weibliche Seite akzeptieren, die Bösen, dadurch dass sie sich neue Schwänze wachsen lassen können.)

Andrew Garfield als Spider-Man

Aber der beste Schauspieler kann nicht richten, was die Kamera oder der Schnitt versaut, und die Montage, die Peter Parker zeigt, wie er lernt, seine neuen Kräfte zu beherrschen und am Ende lässig auf einem Wolkenkratzer sitzt und die ihm zu Füßen liegende Stadt betrachtet, demonstriert das am besten, denn es fehlt der Point-of-View-Shot, der uns an seinem Blick teilhaben lassen würde. Da wird dann einfach geschnitten.

Peter Parker und Gwen Stacy

Selbst in dem Schlüsselmoment als Spider-Man Gwen Stacy mit sich nimmt und sie ein wenig durch New York schwingt, sehen wir nichts aus ihrem Blickwinkel. Man sieht noch nicht mal ihre Reaktion und wird damit um ein emotionales Moment betrogen. Man zahlt mehr, muss aber auf Emotion verzichten – das kann nicht die Zukunft des Kinos sein. Dabei glaube ich noch nicht mal, dass diese Einstellungen nicht gefilmt wurden, sie wurden wahrscheinlich herausgeschnitten, um mehr Zeit für den Kampf mit dem Riesenlurch zu haben.

Im Trailer sehen wir ihn übrigens, den POV des Spider-Man:

Aber das war nur, um uns ins Kino zu locken …