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Eyvah! Babam Emekli Oldu...Wie wirkt sich der Ruhestand nach Jahrzehnten der Arbeit in der Türkei, aber auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wohl auf einen Mann und seine Familie aus? Die junge Regisseurin Bilgi Diren Güneş hat in ihrem kurzen Dokumentarfilm Eyvah! Babam Emekli Oldu…  (Oh weh! Vater ist in Rente…) die Kamera auf ihren eigenen Vater gerichtet, mit einem witzigen und anrührenden Ergebnis, das ihren Sinn für komödiantisches Timing zeigt.

Man täte dem Film keinen Gefallen, würde man vorher zu viel darüber erzählen, deswegen nur dies: Das Publikum bei der Vorführung im Rahmen der Preisverleihung in Ankara lachte nicht nur fast durchgehend, viele erklärten anschließend sogar, sie hätten auch gerne so einen Vater.

Bilgi Diren Güneş

Die 1980 in Erzincan geborene Regisseurin, die noch an der İstanbuler Universität studiert, fand zwischen den Dreharbeiten für einen anderen Film Zeit, einige Fragen zu beantworten.

Dein Name Bilgi bedeutet Wissen. Wer hat diesen Namen ausgesucht und warum?

Meine Großmutter hat ihn ausgewählt, weil sie wollte, dass ich zur Schule gehe, einen Beruf ergreife und ein gebildeter Mensch werde.

Wie war es, mit deiner Familie zu drehen? Hat sich dein Vater leicht von dir führen lassen?

Es war nichts Besonderes für sie, sie haben mir vorher schon bei meinen Filmen geholfen. Dieses Mal habe ich ihnen allerdings nicht erzählt, dass ich einen Film über sie drehe, sondern dass wir [Bilgi und Co-Regisseur Veysel Cihan Hizar] eine neue Kamera ausprobieren. Ich habe den Film also im Geheimen gedreht.

Was haben sie gesagt nachdem sie den fertigen Film gesehen haben?

Mein Vater, meine Mutter und mein Bruder haben geweint. Sie waren sehr berührt und haben sich gefreut, dass sie mir so viel bedeuten.

Die Regisseurin mit ihrem Vater

Im Film sehen wir einen Dolly mit einer besonderen Geschichte – hast du ihn noch mal verwendet?

Ich benutze diesen Dolly seit zwei Jahren und nicht nur ich, auch die anderen Filmstudenten an meiner Schule verwenden ihn.

Was ist dein nächstes Projekt?

Ich möchte einen Spielfilm drehen, der von meiner Kindheit inspiriert ist. Stilistisch soll er sich am deutschen Expressionismus orientieren. Die Atmosphäre soll wie in Das Cabinet des Dr.Caligari werden. Das wird wohl teuer, aber wenn ich das Budget zusammenbekomme, will ich es definitiv machen.

Was sagt dein Vater eigentlich dazu, dass so viele der Frauen, die deinen Film in Ankara gesehen haben, ihn bewundern? Kannst du ihn bitte für mich fragen?

Mein Vater würde seine weiblichen Fans sehr gerne treffen. Er findet, dass er das Recht dazu hat und meint, das Publikum sollte eine Gelegenheit bekommen, die Filmfigur kennenzulernen.

Öha!

Hier ist erst Mal der Link auf Oh weh! Vater ist in Rente… im türkischen Original mit englischen Untertiteln: viel Vergnügen!