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Payrung Hitam Black Umbrella

Maria Catarina Sumarsih und Neneng sind zwei Frauen aus Indonesien. Der Sohn der ersten wurde bei einer Studentendemonstration getötet, der sogenannten 1. Tragödie von Semanggi (die 2. Tragödie von Semanggi gibt es auch), die andere wurde bei einer Demonstration ihres Dorfes gegen die Indonesische Air Force verletzt.

Es hat ihnen den Widerstand nicht abgewöhnt, die Wege beider kreuzen sich bei der allwöchentlichen Demonstration der schwarzen Regenschirme vor dem  Präsidentenpalast in Jakarta. Die weißen Masken die die Demonstranten sich vors Gesicht halten, sind dem vergifteten Menschenrechtler Munir Said Thalib nachempfunden.

Regisseurin Chairun Nissa, die zuvor den Kurzfilm Full Moon (Purnama di Pesisir) gedreht hat, hat diese Dokumentation nicht ohne persönliches Risiko fertiggestellt. Sie zeigt Maria Catarina Sumarsih beim Kampf mit Polizisten vor dem Palast („Hunderte von Kilometern weit weg, aber dieselben Bilder wie hier“, hieß es von einem türkischen Zuschauer), in ihrem Heim und am Grab ihres Sohnes. Das Feingefühl das sie dabei an den Tag legen musste, wird leider von den manchmal unverständlichen englischen Untertiteln sabotiert. Die politische Situation in Indonesien ist doch recht kompliziert, da hätten auch ein-zwei Zwischentitel nicht geschadet.

In einer der letzten Szenen erzählt Neneng, das der Widerstand ihres Dorfes erfolgreich war und die Air Force ihr Training nicht mehr auf den Reisfeldern veranstalten wird. Diese leise vorgetragene frohe Nachricht geht nach der energetischen Art von Maria Sumarsih fast unter.

Der Film wurde von den beiden Organisationen KontraS und 1000 PeaceWomen gefördert.

http://www.1000peacewomenindonesia.blogspot.de/