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Dieser Erstlingsfilm von Davide Cocchi aus dem Jahr 2004 ist mehr eine Hommage an den romagnolischen Musikstil Liscio als ein Spielfilm. Dafür gibt es zuwenig Handlung und Konflikt. Orfeo (Fabio de Luigi) und Pamela (Cecilia Dazzi) sollten schon von der ersten Minute ein Paar sein, sind es aber aus unerfindlichen Gründen nicht. Sie verlässt ihn, warum weiß ich nicht, dann kommt sie wieder, warum weiß ich wieder nicht – die Erklärung, sie sei frei wie der Wind, reicht nicht.

Man spürt, dass der Hauptdarsteller in seiner Heimat ein Star ist, so viel Raum wird ihm in manchen Szenen gegeben, fast, als würde er das Abebben seines Auftrittsapplauses im Ohnsorgtheater abwarten. Glücklicherweise ist er aber sympathisch genug, um auch in Ländern, in denen seine komische Vita nicht bekannt ist, einen Film zu tragen.

Neben der Einführung in den Liscio, über den ich vorher nichts wusste, und dem Auftritt von Maestro Raoul Casadei, Neffe von Secondo Casadei, dem „Strauss der Romagna“, und Erbe seines Orchesters, ist ein weiteres Plus dieses Films die  perfekt eingefangene Stimmung lauer Sommernächte.  Ein Minus ist die zweimalige beiläufige Gewalt gegen Frauen. In einem sympathischen Musikfilm für Sommernächte darf man nicht einfach mal eine Frau ohrfeigen oder sich auf eine andere stürzen, um sie zu würgen. Das ruiniert den Spaß an der Sache irgendwie. Vielleicht ist Davide Cocchis Dokumentarfilm über Secondo Casadei eine lohnendere Wahl.

Zum bekanntesten Liscio-Walzer Romagna mia.