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Hier sind sie nass, nciht fettig

© Camino Filmverleih

In einer Zeit vor der Erfindung des Shampoos leidet Georg Trakl am Weltschmerz und an der unerfüllten Liebe zu seiner Schwester Grete (Peri Baumeister). Dann erfüllt sie sich und er leidet unverdrossen weiter. Jetzt leide ich mit, denn ich habe seinen verschwitzten Hintern sehen müssen. Auch das Wiener Lokalkolorit (Oskar Kokoschka: „Alma! Warte!“, dann zu einem der Umstehenden: „Gehn’s scheißen!“) kann mich nicht über Trakls konstanten Weltekel, den Lars Eidinger souverän mit herabgezogenen Mundwinkeln deutlich macht, hinwegtrösten.

Aber da ist nicht nur die Geschwisterliebe, Georg Trakl sucht auch „einen Platz im Leben“. Erstaunlicherweise findet er ihn nicht in der Apotheke wo er seine Arbeit vernachlässigt und sich Drogen abzweigt. Schnöde Welt!

Dann ist Grete schwanger. Doch das Kleine mit den zwei Köpfen und den fettigen Haaren wird nie das Licht der Welt erblicken. Mehr Weltschmerz. Auch Gretes Gatte ist traurig. Wer ist eigentlich Schuld an dem ganzen Schlamassel? Mutter Trakl, die versucht hat, ihre beiden Kinder voneinander fernzuhalten, muss sich jetzt Vorwürfe anhören. Petra Morzé (früher von Morzé, noch früher Kogelnig) spielt sie mit einem bewundernswerten Mangel an Eitelkeit.

Dann kommt der Krieg und alles nimmt ein Ende. Ich schäme mich, weil ich erleichtert bin. Mehr Weltschmerz.

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