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Elf Jahre hat Kenya Márquez angeblich gebraucht, um ihren Erstling Fecha de Caducidad (Expiration Date/Verfallsdatum) auf die Leinwand zu bringen, aber er sieht taufrisch wie gestern erst erdacht aus.

Ganz so frisch kann Osvaldo, der Sohn von Ramona (Ana Ofelia Murguía), nicht mehr sein. Sein Haupthaar lichtete sich schon, und er lebte immer noch daheim bei seiner Mutter. Aber jetzt ist er plötzlich verschwunden und sie durchforstet Guadalajara nach ihm oder dem, was von ihm übrig ist. Dabei trifft sie auf die unterschiedlichsten Gestalten, in Haupt- und Nebenrollen brilliant besetzt. Ganz beiläufig bekommen wir etwas vom Leben in der mexikanischen Metropole mit, von den vielen Verschwundenen, von denen, die verschwinden wollen und denen, die meinen, jemand Besonderen gefunden zu haben. Geschickt wird die Geschichte von Ramona mit der von Mariana und Genaro verflochten, für die es kein richtiges Leben im falschen gibt, so sehr sie sich auch mühen.

© İlker Yavuz

Marisol Centeno (Mariana), die den Film in Ankara charmant vorgestellt hat, äußerte ihre Besorgnis, dass Zuschauer außerhalb Mexikos den Humor eventuell nicht verstehen könnten, aber das Publikum lachte fast durchgehend und fühlte mit den Charakteren mit. Das ist den hervorragenden Darstellern, allen voran der wunderbaren Ana Ofelia Murguía zu verdanken, aber auch der geschickten Erzählweise, die immer wieder etwas Unerwartetes zeigt. Auch wenn wir denken, dass wir schon längst wissen, wie die Hasen laufen. Lobenswert ist dazu die Ausstattung, die Wohnungen der Charaktere wirken perfekt eingelebt (Marianas fast zu sehr) und ein kleines Photo von Ramona und Osvaldo, das wir erst spät zu sehen bekommen, erzählt noch mal eine Geschichte für sich.

Der Einfallsreichtum nimmt noch nicht mal beim Abspann kein Ende – wer zu früh geht, verpasst eine wunderbare Animation. Das perfekte Ende eines wunderbaren Films!

Der Trailer bei youtube 

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