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Senator Film

Es hätte so schön sein können: Catherine Deneuve und Chiara Mastroianni zusammen in einem Film über Liebe, der nicht immer dieselben 08/15-Beziehungen behandelt. Aber was für eine überlange Enttäuschung ist dieser 135minütige Film. Die Liebenden von Christophe Honoré beweist, dass in der Hölle die Franzosen nicht nur die Musik machen, sondern auch die Liebhaberinnen sind.

Angeblich erzählt er „leichtfüßig und tragisch zugleich […] von den verwirrenden Verstrickungen und Verwerfungen der Gefühle„. Das einzige was hier leichtfüßig ist, ist das Publikum, wenn es beim Einsetzen eines weiteren lahmen Chansons flieht. Tragisch ist höchstens die Besetzung von Milos Forman als Arzt Jaromil, der in all den Jahren als Regisseur doch schon herausgefunden haben dürfte, dass nun mal nicht jeder spielen kann. Er zum Beispiel kann es nicht. Das dümmliche Grinsen, das er sich selbst als Zeichen von Verliebtheit aufsetzt, hätte ihn für jede Theater-AG disqualifiziert.

Senator Film

Die arme Ludivine Sagnier dagegen gibt ihr Bestes als modebewusste Pariserin, die sich für Kleider und Schuhe prostituiert. Aber warum passen dann in manchen Szenen die Kleider nicht richtig? Und warum hat sie einen gelben Wischmop auf dem Kopf? Im Abspann wird Christophe Robin, Colorist der Stars, genannt. – Niemals würde ich die Expertise eines Pariser Star-Coloristen anzweifeln, aber vielleicht kann er nur Brünett?

Schön sind dagegen die Momente der Complicité zwischen Cateherine Deneuve und Chiara Mastroianni, wenn die Mutter der Tochter erzählt, dass sie sich ihre Geschlechtskrankheit nicht von ihrem Mann geholt hat. „Mehr davon!“ möchte man sagen, aber dann muss es dieser Film natürlich auf unsägliche Weise übertreiben. Selbst wenn man 2 Stunden durchgehalten hat und durch die öde Geschichte und den öden Gesang abgestumpft ist, wird man in den letzten 15 Minuten durch einen Super-GAU der Ödnis neu enttäuscht. Darüber können auch die Bilder des 11. September im Hintergrund nicht hinwegtäuschen.

Lieber gleich wegbleiben.