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Bergig ist die übliche Geschichte über eine Affäre mit einem verheirateten Mann, gesehen aus dem Blickwinkel einer Frau, die sich selbst zu wichtig nimmt. Oder auch: „Die Geschichte einer Liebe, die nicht sein darf“, wie das Programmheft schwadroniert.

Jan und Mona  (sie angeblich 15 Jahre jünger, das wird durch die Kamera nicht transportiert, aber bitte) fahren in eine Berghütte zum Reden und um „sich zu finden, zu spüren, zu verstehen“. Sie haben keine Beziehung, reden aber drüber – das ist selten ein Rezept für einen schönen Film.

Mir ist klar, dass Julia Daschner einen Preis für ihre Bildgestaltung bekommen hat, und nicht für das Drehbuch oder die Regie, aber die hübschesten Landschaftsbilder nützen nichts, wenn einem die Geschichte und die Dialoge die Augen zuzwingen (Bildgestaltung & Regie Julia Daschner, Buch Julia Daschner, Steffi Niederzoll).

„Du“, sagt er einmal, „ich habe sie noch nie angelogen.“ (so oder ähnlich), und sie wenig später „Du, ich weiß jetzt nicht, warum ich gelogen habe.“ (oder so ähnlich).

„Du“, fügt sie noch später hinzu, „ich schreibe jetzt über Gegenglück, das ist nicht das Gegenteil von Glück.“ – du, ich schreibe gerade über einen Film, der der Kamera so wenig traut, dass er die Charaktere ausformulieren lässt, worum es geht.

Und was die „erotische Kraft“ betrifft, von der die Jury sprach: Was dem einen sin Uhl, ist dem anderen seine lahme Ente.

Irgendwo in den Tiroler Alpen gibt es sicher eine Versenkung, in der dieser Film verschwinden kann.