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Auf den verlassenen Kaffee-Plantagen im Vale do Paraiba in Brasilien hat Júlia Murat ihren Film Historias que so existem quando lembradas/Stories that only exist when remembered gedreht. Geblieben sind dort nur die alten Leute und ein etwas jüngerer Priester. Die Tage gleichen sich, es gibt die selben Rituale von morgens bis abends. Madalenas Tag beginnt schon vor Sonnenaufgang, wenn sie ihre Lampe in die Küche trägt, um Brot für das Dorf zu backen. Die Kamera folgt ihr dabei verliebt  – Lichter, die durch dunkle Räume getragen werden, sind das Erkennungszeichen dieses Films. Wie der französische Co-Produzent Pierre Menahem erzählte, haben sich die Regisseurin und ihr Kameramann Lucio Bonelli vor den Dreharbeiten mit Gemälden von Rembrandt und Caravaggio beschäftigt.

Eines Tages wandert eine junge Frau namens Rita die stillgelegten Bahngleise entlang zu Madalenas Haus. Was wird mit der Dorfgemeinschaft eschehen? Kein Spoiler: Nicht viel. Und was geschieht, geschieht ganz langsam. Júlia Murat behauptet von sich, aus einer anderen Zeit zu stammen. So wirkt dieser Film auch. Unsere Zeit kann allerdings auch manchmal langsam sein: In Köln hielt der Zoll die DVD auf, so dass Pierre Menahem als Ersatz eine Beta-Kopie mitbrachte und sich im voraus für den Qualitätsverlust entschuldigte. Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Bilder noch schöner hätten sein können. Es ist mein Favorit in diesem Wettbewerb.