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Zephyr ist den Sommer über bei ihren Eltern im türkischen Schwarzmeergebirge. Jeden Tag hält sie Ausschau nach ihrer Mutter, die sie bald wieder abholen soll. Bis dahin erkundet sie mit dem Großvater und den Dorfkindern den Wald, begräbt Tierkadaver, hütet Kühe und hört alle Platten. Ein Idyll, wenn auch eins mit morbiden Zügen. Regisseurin Belma Baş inszeniert mit weichen Übergängen und ganz eigener Ruhe – die Schnecken, die Zephyr in ihrem Schlafzimmer hält, könnten ihr Wappentier sein. Das Idyll ist vorbei, als Zephyrs Mutter erscheint. Sie ist ein eigenwilliger Charakter, deren Motive absichtlich im Dunkeln gelassen werden. – Das schadet dem Film, da man nicht genug Interesse an ihr entwickelt, um sich bei der folgenden verwickelten Situation zu engagieren. Eingebettet in die pittoreske Landschaft – der Film könnte den Tourismus in der Gegend durchaus ankurbeln – wünscht man, de Störfaktor würde endlich verschwinden.

Aber davon abgesehen, ist Zephyr ein Film, der konsequent in seiner eigenen kleinen Welt existiert. Sicher hat dabei geholfen, dass Belma Baş in ihrem Elternhaus gedreht hat, mit ihren eigenen Eltern in der Rolle der Großeltern.  Ist es leicht, seine Eltern zu dirigieren? „Es braucht etwas Eingewöhnungszeit.“ antwortete mir die Regisseurin, aber mit Zeit, das hat sie bewiesen, kann sie umgehen.