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Melissa Leo vertieft ihre Forschungen im Bereich Overacting als aus der Haft entlassene Frau, die gleich am ersten Tag im neuen Job etwas mitgehen lässt. Dabei geht sie geduckt umher, kneift die Lippen zusammen und schießt ihrer Umwelt fiese Blicke zu. Die Subtilität ihrer Darstellung erinnert an ihre Darbietung als Proletenmutter Alice Ward in The Fighter. Ich habe den Verdacht, dass bestimmte Schauspieler umso mehr auf die Kacke hauen, je tiefer ihre Charaktere auf der sozialen Leiter stehen. Aber sie hat einen Oscar bekommen, also was weiß ich.

Hier handelt sie definitiv im Sinne der Regisseure, denn jedes Bild ist körnig und hässlich, am liebsten schneiden sie auf ein quietschend aufgehendes Garagentor oder auf ein Metal-Concert. Denn als Zuschauer verstehe ich nicht, dass die Welt trist ist, wenn nicht jedes Bild das Gefühl vermittelt, als eitere die Leinwand.

Ohne die Aussicht auf Alkohol danach wäre dieser Film nicht zu ertragen gewesen.