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 Sie war so bewundernswert, so geistreich, so unglaublich lustig und physisch reizvoller als jede andere Frau, an die ich denken konnte – ausgenommen ihr Ebenbild auf der Leinwand.

So dachte Laurence Olivier über Marilyn Monroe bevor er die Dreharbeiten für Der Prinz und die Tänzerin begann. Danach wollte er sich sogar weigern, mit ihr für Standfotos zu posieren:

Oh nein, Milton. Nein, nein, nein. Mit dem Dame wirst du mich nie wieder zusammen sehen.

(Dann ließ er sich aber doch überreden.)

My week with Marilyn handelt von der Zeit dazwischen, gesehen durch die Augen des 3. Regieassistenten Colin Clark.

Ascot Elite Filmverleih GmbH

Ein Teil der Probleme der beiden rührte von ihren unterschiedlichen Einstellungen zu ihrer Kunst. Marilyn als Anhängerin des Method Acting, Laurence Olivier als Verfechter des Handwerks:

Unsere jungen amerikanischen Schauspieler zeigten eine peinliche Lücke, wo es eine Ausbildung oder eine Grundlage hätten geben müssen, von der sie hätten ausgehen können.

Ihm wird schließlich auch der Ausspruch Why don’t you try acting, dear boy zugeschrieben. Aber der ist immerhin noch besser, als die Regieanweisung „just be sexy“, die er nach vielen verzweifelten Drehtagen Marilyn an den Kopf wirft.

Dass sie wusste, was sie tat, beweisen etliche Filme und sogar Sybil Thorndike, die Königinwitwe in Der Prinz und die Tänzerin, verteidigt sie in einem Interview mit der BBC: „I don’t think she takes direction very well, but then I don’t see why she should.“

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My week with Marilyn ist ein exzellenter Film mit einer großartigen Michelle Williams, die einen Weg gefunden hat, den Charme der Monroe zu verkörpern, ohne sie nachzuäffen. Auch die anderen Rollen sind erstklassig besetzt, Julia Ormond als Vivien Leigh, Judi Dench als Sybil Thorndike, Kenneth Branagh als Olivier – ja sogar am Klavier sitzt Lang Lang. Marilyns Art sich zu kleiden ist auch in ihren privaten Momenten perfekt getroffen (Kostüme: Jill Taylor), und der Film lohnt sich schon deshalb, weil man oft das Gefühl hat, es würden die bekannten Fotos von ihr wieder zum Leben erweckt.