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© 20th Century Fox

Eine junge Frau an einem öffentlichen Telefon bittet ihre Schwester, sie abzuholen. Sie scheint auf der Flucht zu sein – aber ob ihr diese Flucht gelingt und ob ihre Schwester überhaupt die richtige Zuflucht ist, das bleibt die Frage.

Je mehr der Film über die Farm zeigt und über die Kommune mit der sie dort gelebt hat, umso mehr wächst das Gefühl der Bedrohung. Und obwohl man nicht immer weiß, ob man in der Gegenwart oder der Vergangenheit ist, zweifelt man nicht an Marthas Erinnerungen – man beginnt, seine eigenen Einschätzungen neu zu überdenken. Es ist leicht zu erkennen, wie die Personen im Film manipuliert werden, aber auch wir sind in der Hand des Regisseurs.

Am Anfang müssen die Augen sich erst an die Dämmerung gewöhnen, an die blaue Stunde des Rückblicks. So wie schon im Titel mit Identitäten jongliert wird, so bleiben die Umrisse der Figuren passenderweise oft verschwommen. (Kamera: Jody Lee Lipes)

Ich hätte mir ein klarer umrissenes Ende gewünscht, aber ich sehe ein, dass in einem Film, der zwei Welten miteinander kollidieren lässt, ein definitives Ende zu simpel wäre.

Martha Marcy May Marlene zeigt etwas vom ländlichen Amerika, wie Winter’s Bone, der letzte amerikanische Film, den ich so gelungen fand. Und es gibt noch weitere Gemeinsamkeiten:

  • eine junge Frau als Hauptfigur
  • eine exzellente Hauptdarstellerin (Elizabeth Olsen in ihrer ersten Hauptrolle)
  • eine verschworene Gemeinschaft
  • erst unterschwellige, dann stetig anwachsende Gewalt
  • das Gefühl, nicht entkommen zu können
  • John Hawkes

© 20th Century Fox

Schwer zu glauben, dass dies das Debüt für den Regisseur (Sean Durkin) und die Hauptdarstellerin ist – es lässt Gutes für die Zukunft erwarten.