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Das große Drama in diesem Film ereignet sich nicht, als einem Koch das Fleisch anbrennt oder er gar prosaisch die Suppe versalzt, nein – „Seine Festplatte ist kaputtgegangen“ gesteht ein Souschef seinem Chef Ferran Adrià kleinlaut ein. Die Festplatte, auf der die Ergebnisse des ganzen Schmeckens und Riechens und Experimentierens mit Stickstoff gespeichert sind. Und die Zeit bis zur Wiedereröffnung von El Bulli, wiederholt als bestes Restaurant der Welt ausgezeichnet, eilt.

Dieser Film macht verständlich, warum das Restaurant  keinen Profit macht, auch wenn das Küchenpersonal, das zum großen Teil aus unbezahlten Praktikanten besteht, sich zusätzlich noch im Garten nützlich macht und einzelne Gänge des Menüs auf Teilen von Fleisch und Fisch basieren, die die Marktleute in Barcelona sonst wegwerfen. Denn hier ist man nicht auf der Suche nach Effekthascherei, nein, „das Ergreifende“ ist das Ziel von Adrià. Und dazu müssen sich nicht nur die Köche ausliefern, auch den Gästen verlangt es beträchtliche Risikobereitschaft ab.

Die Kamera ist im engen Kochlabor und dem Restaurant natürlich einigen Einschränkungen unterworfen, man spürt sie fast aufatmen, wenn sie mal vor die Türe darf. Da sehen wir dann auch den klassischen Shot jedes Films, der in einem Restaurant spielt, ob die Küche nun molekular ist oder nicht: Zwei nach Feierabend rauchende Köche.