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Als Tochter eines Ladenbesitzers war Margaret Thatcher bekannt dafür, dass sie von allem den Preis kannte. Und so weiß man schon in der ersten Szene von Phyllida Lloyds Iron Lady wenn sich Meryl Streep als Titelheldin über den Milchpreis wundert, dass etwas faul ist. Und dann hat sie noch Probleme, das Geld dafür zusammenzukratzen – schlechtes Karma für die als Milk Snatcher verschriene Abschafferin der Gratis-Schulmilch?

Man bekommt schnell Mitleid mit der einst so verhassten Politikerin, und das nicht nur, weil sie in ihrem Kabinett von unfähigen Feiglingen umgeben scheint (die einzige Ausnahme wird von der IRA in die Luft gejagt), sondern weil es zuhause noch schlimmer zugeht. Ihr Mann Denis ist in einer Szene tatsächlich zu dumm, um Brot zu toasten, und ihre Kinder sind so versessen auf ihre Aufmerksamkeit, dass sie ihrem Auto an ihrem ersten Arbeitstag im Parlament noch ein gutes Stück auf der Straße nachlaufen. Ganz eiserne Lady lässt sie sie noch rennen, bis sie aus dem Blickfeld verschwunden sind.

Standing in the middle of the road is very dangerous; you get knocked down by the traffic from both sides.

(Und sie sind ja trotzdem groß geworden. Im Fall von Tochter Carol Thatcher wuchsen sie zu einer unattraktiven Frau mit extravagantem Geschmack heran.)

Obwohl das Thema Demenz den Film durchzieht, ist das Deprimierendste die visuelle Plumpheit, von der er geprägt ist: Wenn wir die hämischen Mitglieder ihrer Regierung sehen, wird ein Flashback zu den Lästerschwestern aus Maggies Jugend gezeigt. Die Regisseurin vertraut weder ihrem Kameramann (Elliot Davis) noch ihrer Hauptdarstellerin und ganz bestimmt nicht ihrem Publikum. Aber vielleicht ist das ja die passende Form für die Frau von der es hieß, dass sie die Probleme ihres Landes „mit der eindimensionalen Raffinesse eines Comic-Strips“ angehe.