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 Kristin Scott-Thomas spielt in Sarahs Schlüssel  eine investigative Journalistin aus New York, die nach vielen Jahren in Paris plötzlich herausfindet, dass das Marais das Judenviertel ist. Erstaunlich! Was mag sie noch aufdecken? Wird sie jetzt etwa davor zurückschrecken, der Familie ihres französischen Mannes unangenehme Fragen über ihre Taten während der Okkupation zu stellen? Hoffentlich haben die sich nichts zu Schulden kommen lassen!

Kleiner Tipp: Statt eine der 13.000 wahren Geschichten der von Franzosen verhafteten und im Vélodrome d’Hiver zusammengepferchten Juden zu erzählen, wählt dieser Film lieber die erfundene Geschichte eines kleinen Mädchens, das unabsichtlich seinen Bruder tötet. Da wird dann wohl auch kaum etwas Schlechtes über eine nette französische Mittelstandsfamilie ausgegraben werden.

Schon in Ein Geheimnis, einem anderen Film über die Zeit unter deutscher Besatzung, sahen wir eine Jüdin, die sich selbst und ihren Sohn opferte, weil sie spürte, das ihr Mann sich in eine andere verliebt hatte. Claude Millers Film basiert auf dem Roman von Philippe Grimbert, der die wahre Geschichte seiner Eltern behandelt.

Es gibt ein Interesse an dieser Zeit, da die Franzosen ein schlechtes Gewissen haben.

sagte Miller in einem Interview mit der New York Times. Könnte es sein, dass sich selbst opfernde und einander versehentlich tötende Juden diesem schlechten Gewissen entgegenkommen?

Aber gerade über die Ereignisse um die Razzia („La rafle“) vom Vélodrome d’Hiver gibt es noch einen anderen französischen Film aus demselben Jahr: Die Kinder von Paris (La Rafle). Hier geht es nicht darum, dass eine amerikanische Journalistin etwas über sich selbst erfährt und die Toten sind nicht versehentlich gestorben.